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Die Hintergründe zu Goethes "Osterspaziergang"

Gepostet von Hans-Peter Wohlfahrt am 29.03.2018 14:07:39
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Osterbild

Osterspaziergang ist ein Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe. Jedoch handelt es sich hierbei eigentlich um einen Monolog des Protagonisten Faust aus dem gleichnamigen Drama des Dichters und eben nicht um ein eigenständiges Werk, obwohl es häufig so behandelt wird.

Der Text, der als Osterspaziergang bekannt ist, findet sich am Anfang des Werkes in einer Szene, die mit Vor dem Tor betitelt ist. In dieser machen Faust und sein Schüler Wagner einen Spaziergang und der Leser lernt erstmalig die erzählte Welt außerhalb des Studierzimmers des Gelehrten kennen. Bei diesem Spaziergang am Ostersonntag begegnen der Doktor und sein Begleiter allerhand Menschen, wobei eindeutig eine Ständegesellschaft gezeichnet wird. In ihren Gesprächen werden unterschiedliche Anschauungen der verschiedenen Stände und Generationen deutlich.

Faust und Wagner treffen auf Handwerker, Dienstmädchen, Schüler, Bürger, Bettler sowie Bauern, was ein Querschnitt des Volkes jener Zeit darstellt. Faust, der sich in der vorherigen Szene noch mit Selbstmordgedanken quälte, blüht nun, wie auch der Frühling um ihn herum, auf. Dennoch kreisen seine Gedanken um die eigene Arbeit und darum, dass er schon Experimente durchführte, die das Leben von Menschen kosteten. Am Ende treffen sie auf einen schwarzen Pudel, der auf Faust zauberhaft, fast magisch, wirkt. Er nimmt diesen mit in sein Studierzimmer.

Folglich unternehmen Faust und Wagner tatsächlich einen Spaziergang am Ostersonntag und die Verszeilen, die häufig als Osterspaziergang betitelt werden, sind lediglich ein Monolog, der in diesem Zusammenhang vom Doktor aufgesagt wird. Demnach kann das Werk auf zwei verschiedenen Wegen erschlossen und interpretiert werden – einerseits kann es im Kontext des Dramas gedeutet werden, aber andererseits auch schlicht und ergreifend für sich selbst betrachtet werden. Daraus ergeben sich zwei vollkommen unterschiedliche Lesarten des Textes.

Wird der Osterspaziergang allein betrachtet, geht es vor allem um die Darstellung des Volkes und wie dieses aus der dunklen Stadt das Osterfest zelebriert. Es geht um das Göttliche im Menschen, der kein Paradies im Jenseits braucht, wenn er es auf der Erde finden kann. Im Kontext des Dramas kann das Ganze aber auch als Spiegelung der Situation des Fausts gelesen werden. Der alte Winter wäre so mit der Einsamkeit seines Studierzimmer gleichzusetzen, der Frühling wäre die neue Kraft, die den Doktor beflügelt. Im Abschnitt Interpretation wird vor allem die erste Lesart vorgestellt.

Quelle: Wortwuchs, Jonas Geldschläger

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Geschrieben von Hans-Peter Wohlfahrt

coacht Verkäufer, Führungskräfte, Unternehmer, Vertriebs- und Marketing-Mitarbeiter aus vielen Branchen bundesweit. Über 25 Jahre Verkaufs- und Marketing-Erfahrung bilden den Hintergrund für einen idealen Mix aus Theorie und Praxis.